Am Mittwoch besuchten die Mitglieder der Ehren- und Altersabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Rosbach v. d. Höhe das Humus- und Erdenwerk in Niddatal-Ilbenstadt.
Viele Bürger haben einen Kompost im eigenen Garten. Deshalb erwarteten am Anfang die neun Teilnehmer, dass das Humus- und Erdenwerk eine Art Kompost in größeren Dimensionen darstellt. Die Mitarbeiterin des Abfallwirtschaftsbetriebes des Wetteraukreises, Birgit Simon, rechnete schon mit dieser Voreinstellung.
Um die Bedeutung des Humus- und Erdenwerks verständlich zu machen, folgte die Führung dem Weg, den die Inhalte der braunen Bio-Tonne im Humus- und Erdenwerk nehmen. Schon bei der Station, in der die Grobsortierung des Abfalls stattfindet, staunten die Feuerwehrleute nicht schlecht, als sie sahen, dass Fremdstoffe, beispielsweise als kompostierbar beworbene Plastiktüten, in dem aufgelieferten Abfall enthalten sind. Fasziniert waren sie dann umso mehr, als sie sahen, wie diese Fremdstoffe später automatisch aussortiert werden.
Aus dem Bioabfall wird nach vielen unterschiedlichen Schritten nicht nur Humus, den man am Ende zu günstigen Preisen erwerben kann. Vielmehr fällt auch Biogas an, das in den auf dem Gelände des Humus- und Erdenwerks stehenden Blockheizkraftwerken zur Stromerzeugung verwendet wird. Dieser Strom wird zu Zeiten der Spitzenlast in die öffentliche Stromversorgung eingespeist. Die Feuerwehrleute erlebten mit großem Respekt, wieviel Hochtechnologie in der Verarbeitung von Bioabfällen verwendet wird.

Geführt wurde diese kleine Gruppe von Birgit Simon. Sie ist seit 33 Jahren in der Kreislaufwirtschaft engagiert und seit mehr als 31 Jahren im Wetteraukreis tätig. Angefangen hat sie als Gärtnerin, um dann die Ingenieurschule Halle-Wettin mit dem Abschluss als Ingenieurin in Agrochemie und Pflanzenschutz zu beenden.
Es blieb keine der vielen Fragen der neun Teilnehmer unbeantwortet. Hier trafen die gestandenen Feuerwehrleute auf eine Frau, die für das Konzept der Kreislaufwirtschaft „brennt“. Mit Birgit Simon hat das Konzept der Bioabfallwirtschaft für die Rosbacher Feuerwehrleute im Ruhestand ein Gesicht erhalten – zudem ein freundliches.

Text: Joachim Michalik